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5.2. Kombinationsmöglichkeiten mit Einrichtungen zur Strukturuntersuchung
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kompensiert. Für alle in dieser Arbeit behandelten Systeme ist die minimale zur Le-
vitation notwendige Leistungsabsorption so groß, dass die Proben nicht im Vakuum
erstarrt werden können. Zur Verstärkung der Kühlwirkung über das durch Gl. (5.10)
für eine stehende Gasatmosphäre gegebene Maß hinaus wird die Probe von unten mit
Gas angeblasen (erzwungene Konvektion). Durch Regulieren dieses Gasstroms lässt
sich die Temperatur kontrollieren.
5.2 Kombinationsmöglichkeiten mit Einrichtungen
zur Strukturuntersuchung
Um Beugungsexperimente an unterkühlten Flüssigkeiten bei konstanter Temperatur
durchzuführen, muss die metastabile Schmelze über einen längeren Zeitraum stabil
prozessiert werden.
Die Methoden des schnellen Abschreckens haben den Nachteil, dass während des
schnellen Abschreckens die Temperatur nicht in situ gemessen werden kann. Des weite-
ren existiert bei diesem Verfahren die unterkühlte Schmelze weniger als eine Sekunde,
bei stetig sinkender Temperatur. In Fallrohren kann die stetig sich ändernde Tempe-
ratur ebenfalls nicht gemessen werden und die Position der Probe ändert sich ständig.
Im Fallturm kann die Temperatur gemessen werden, aber der Experimentaufbau ist in
seiner Größe begrenzt. Streuversuche sind somit mit diesen Methoden nicht denkbar.
Von Interesse sind hierfür quasibehälterlose und behälterlose Techniken.
Es gibt sehr interessante Untersuchungen zur Struktur an mittels der Dispersi-
onstechnik unterkühlten Schmelzen. So wurden dispersionsunterkühlte Germanium-
[113] und Pd-Proben [114, 81] mit EXAFS am ESRF in Grenoble untersucht. Das
EXAFS-Signal der flüssigen, dispergierten Tropfen wurde gemessen und das Einset-
zen der Erstarrung wurde durch pyrometrische Temperaturmessung bzw. durch eine
zeitgleiche Messung des Di®raktionsignals in charakteristischen Raumwinkeln nach-
gewiesen.
Neben den quasitiegelfreien Methoden können im Prinzip alle Levitationstechni-
ken mit Anlagen zur Strukturuntersuchung kombiniert werden. Verschiedene Grup-
pen haben die Struktur unterkühlter Schmelzen durch Röntgendi®raktion, EXAFS
sowie die magnetische Ordnung durch ¹SR unter Verwendung verschiedener Schwebe-
schmelzverfahren untersucht. Unterkühlte Co80Pd20-Schmelzen, die in einer elektro-
magnetischen Levitationsanlage prozessiert wurden, wurden hinsichtlich ihrer Struk-
tur mittels EXAFS analysiert [115], und ¹SR-Messungen deuten auf die Ausbildung
einer magnetischen Ordnung hin [14]. Mit EXAFS wurde weiterhin festgestellt, dass
in Al65Co25Cu10- Schmelzen Co-Atome vorwiegend Al-Atome zum nächsten Nach-
barn haben [116]. S. Ansell et al. nutzten die aerodynamische Levitationstechnik, um
durch Röntgenbeugung die Struktur in einer unterkühlten Al2O3- [83], Bor- [84] und
Siliziumschmelze [85] zu untersuchen. Kürzlich erschienen weitere Beiträge zu diesen
Arbeiten [86, 87].
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