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5. Experimentelle Methoden
5.1.5.1 Paramagnetische Levitation
Mit der paramagnetischen Levitation kann man alle Gegenstände, also auch Flüssig-
keiten, levitieren. Es muss sich nicht um eine paramagnetische oder ferromagnetische
Probe handeln. Im Diamagneten bildet sich ein dem angelegten Magnetfeld antipar-
alleles Feld, bzw. bei einem Supraleiter, welcher ein perfekte Diamagnet ist, wird das
äußere magnetische Feld vollständig aus dem Supraleiterverdrängt. Dies führt zu
einer Lorentzkraft die, bei richtiger Wahl des externen Magnetfeldes, antiparrallel
zur Gravitationskraft auf die Probe ist, und dadurch ihre Levitation ermöglicht. Um
ein Gleichgewicht zwischen Lorentzkraft und Gravitationskraft zu erhalten, muss das
äußere Magnetfeld
~
B entsprechend der Suszeptibilität  und der Dichte ½ der Pro-
be gewählt werden. (d.h.: r(~
m~
B) = ¡½V ~g, wobei ~
m = (Â=¹0)V~
B das magnetische
Dipolmoment der Probe und V ihr Volumen ist. g ist die Gravitationskonstante, ¹0
die magnetische Feldkonstante.) Felder von 1 bis 10T genügen, um Para- und Dia-
magneten zu levitieren [105]. Auch wenn es möglich ist, Flüssigkeiten zu levitieren,
so ist mir ein Prozessieren heißer Schmelzen in Kombination mit einem kontrollierten
Heizen der Probe nicht bekannt.
5.1.5.2 Akustische Levitation
Mit der akustischen Levitationstechnik ist es möglich, elektrisch leitende und nicht-
leitende Proben behälterfrei in einer Gasatmosphäre zu prozessieren. Das Prinzip der
akustischen Levitation beruht auf der Erzeugung einer stationären Kraft durch ein
akustisches Feld mit hoher Intensität [106]. Um eine stabile akustische Levitation
zu erhalten, muss die Probengröße deutlich kleiner als die Schallwellenlänge sein.
Dementsprechend können bei Schallfeldern mit Frequenzen von 1 ¡ 100kHz Proben
im Größenbereich von Zehntel Millimetern bis zu einigen Zentimetern levitiert wer-
den. Mit dieser Methode werden Materialien mit relativ geringen Dichten untersucht,
während bei großen Dichten Probleme auftreten können. Beim Aufheizen der Pro-
ben hat man Schwierigkeiten, eine stabile Probenposition zu gewährleisten, da das
Schallfeld durch die Temperaturunterschiede verändert wird.
5.1.5.3 Aerodynamische Levitation
Bei der aerodynamischen oder Gasfilm-Levitation resultiert die Levitationskraft aus
dem Impulsübertrag von Gasmolekülen auf die Probe. Die Positionierung der Pro-
be erfolgt aufgrund einer Gasströmung, deren Geschwindigkeit und Richtung durch
entsprechend gestaltete Düsen sowie den Gasfluss variiert werden können [107]. Zum
Aufheizen und Schmelzen der Proben werden Laser verwendet. Je nach Düsengeome-
trie ist ein großer Teil der Probe verdeckt. Daher empfehlen sich zur Strukturuntersu-
chung eher Experimente unter Verwendung von Reflexionsmethoden als solche unter
Verwendung von Transmissionsmethoden.
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