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Kapitel 4
Strukturanalyse
Durch Beugungstechniken kann eine Probe weitgehend zerstörungsfrei analysiert wer-
den [88]. Ein Streuexperiment an einem System kann Auskunft über dessen topologi-
sche und chemische Ordnung, seine magnetischen Eigenschaften und seine Anregungs-
zustände geben.
Eine Strukturbestimmung der Probe ist nur dann mit ausreichender Ortsauflösung
möglich, wenn die Wellenlänge ¸ der verwendeten Strahlung kleiner als der Abstand
der Teilchen im streuenden System ist. Dies folgt für kristalline Festkörper direkt
aus der Braggschen Gleichung. Im Kristall sind die interatomaren Abstände in der
Abbildung 4.1: Bragg-Reflektion
Größenordnung einiger Angström. Bragg (1913) deutete die Beugung von Röntgen-
strahlung an einem Kristall als Interferenz von Wellen, die an den Netzebenen einer
Netzebenenschar des Kristalls reflektiert werden. Zur Braggschen Erklärung zerlegt
man das dreidimensionale Punktgitter des Kristalls in äquidistante Netzebenen, die
mit Gitterpunkten besetzt sind. Betrachtet man eine Netzebenenschar mit dem Ab-
stand d zwischen zwei benachbarten Netzebenen, so wird die einfallende Röntgenwelle
an jeder Netzebene der Schar reflektiert (Einfallswinkel = Ausfallswinkel = #). Für das
Entstehen eines Beugungsmaximums ist es notwendig, dass sich die an den einzelnen
Netzebenen reflektierten Wellen phasenrichtig überlagern. Dafür muss der Gangunter-
schied BD zwischen zwei Strahlen, die an benachbarten Netzebenen reflektiert werden,
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