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Beugungsexperimente an unterkühlten Metallschmelzen

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3.3. Experimente zur Nahordnung metallischer Schmelzen 29 Vorschlag von Levine und Steinhardt [73], diese Klasse von Festkörpern durch ein quasiperiodisches Gitter mit ikosaedrischen Symmetrieelementen zu beschreiben. Aus der Ikosaedersymmetrie leitet sich der NameIkosaedrische Quasikristalle“ für diese Klasse von Quasikristallen ab. Es gibt also durchaus Festkörper mit einer ikosaedrischen Nahordnung. Unter Vor- aussetzung einer ikosaedrischen Nahordnung in der Flüssigkeit führt dies zu einer geringen Grenzflächenenergie zwischen der Schmelze und solchen Festkörpern. Die Annahme einer ikosaedrischen Nahordnung in Schmelzen einfacher Metalle, führt je- doch dazu, dass die lokale Ordnung zwischen Flüssigkeit und Kristall unterschiedlich ist. Dies hat eine hohe flüssig-fest-Grenzflächenenergie zur Folge, und führt zu einer entsprechenden Keimbildungsbarriere. Für hohe Keimbildungsbarrieren in einfachen, metallischen Schmelzen sprechen die systematischen Untersuchungen von Turnbull [1], dem es unter hochreinen Bedingungen gelang, verschiedenste Metallschmelzen weit unter die Schmelztemperatur Tm abzukühlen. 3.3   Experimente  zur  Nahordnung  metallischer Schmelzen Es fanden Experimente zur Struktur der Schmelze in Form der Untersuchung der Abhängigkeit der maximalen Unterkühlbarkeit von der Struktur der festen Phase statt [9, 10]. Es wurde eine hohe Unterkühlbarkeit von Metallen beobachtet, die ein- fache kubische Phasen bilden. Der Grund für die hohen Unterkühlungen wird mit einer hohen Grenzflächenenergie, und damit einer hohen benötigten Aktivierungs- energie zur Keimbildung begründet. Die Ursache dieser hohen Grenzflächenenergie kann in der Inkompatibilität der Nahordnungen der Schmelze und des Festkörpers liegen; denn die Unterkühlbarkeit von Schmelzen, die in polytetraedrische Phasen kri- stallisieren, ist geringer als die der Schmelzen, welche einfache kubische Phasen bilden. Die experimentellen Ergebnisse weisen auf eine Abnahme der Aktivierungsenergie zur Bildung eines kritischen Keims mit zunehmender polytetraedrischer Nahordnung im Festkörper hin. Eine der polytetraedrischen Phasen ähnliche Nahordnung in der me- tallischen Schmelze könnte Ursache dieser Beobachtungen sein. Dies deutet auf eine ikosaedrische Nahordnung in der Schmelze hin, wie sie von Frank [3] postuliert wurde. Oberhalb der Schmelztemperatur fanden neben den Neutronenbeugungsexperimen- ten von Maret et al. [11, 70] Neutronenstreuexperimente an der quasikristallbildenden Al-Pd-Mn Schmelze statt. Die erhaltenen Strukturfaktoren konnten unter Annahme ikosaedrischer Cluster in der Schmelze simuliert werden, wobei sich dieÜbergangsme- tallatome im Zentrum des Ikosaeders aufhalten [74, 75]. Für Cluster mit hdp- oder kfz-Struktur konnte keine Simulation mit den gemessenen Strukturfaktoren inÜber- einstimmung gebracht werden. In einer kürzlich erschienenen Arbeit wurde die Struktur flüssigen Bleis auf einem Silizium (001)- Substrat untersucht [76]. Das Experiment zeigte eine Nahordnung mit fünfzähliger Symmetrie des flüssigen Bleis an der Silizium (001)-Grenzfläche. Dass diese Nahordnung durch die tetraedrische Ordnung des Siliziums beeinflusst werden
  
Werner Heisenberg.
Siehe auch:
Werner Heisenberg: Das selbstvergessene G...
Der Teil und das Ganze: Gespräche im Umkrei...
Der Physiker: Max Planck und das Zerfalle...
Sonstige Artikel:
Mineralogie basischer Feuerfest- Produkte (Applied Mineralogy Technische Mineralogie)
 
   
 
     
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