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Beugungsexperimente an unterkühlten Metallschmelzen

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3.2. Modelle einer eigenständigen Nahordnung der Schmelze 27 Zentralatom [62]. Ein Ikosaeder ist in Abb. 3.1 skizziert. Das Ikosaeder besteht aus 13 Atomen und besitzt sechs fünfzählige Symmetrieachsen. Daher ist die Ikosaedersym- metrie inkompatibel mit der Translationsinvarianz von Kristallen. Es ist unmöglich, den euklidischen Raum vollständig mit ausschließlich ikosaedrischen Bauelementen zu füllen [63]. Unter Annahme radialsymmetrischer Wechselwirkungspotentiale sind auch Abbildung 3.1: Skizze eines Ikosaeders. polytetraedrische Cluster, die aus mehr als 13 Atomen bestehen, im Vergleich zu einer Nahordnung, die in den meisten Einmetallkristallen auftritt, energetisch begünstigt [64]. Für Metallschmelzen geht man demnach davon aus, dass sich eine polytetra- edrische Nahordnung in der unterkühlten Flüssigkeit ausbildet. Für größere ikosa- edrische Cluster sinkt die Clusterenergie pro Clusteratom. Unter Verwendung eines Mie-Potentials (3.1) mit m=14 und n=7, erhält man für die Energie pro Clustera- tom in Abhängigkeit der Clustergröße Energieminima bei Atomzahlen (13, 55, 147, ...) [65], die gerade den abgeschlossenen Schalen der Mackay-Ikosaeder höherer Ord- nung entsprechen [66]. Hochauflösende elektronenmikroskopische Untersuchungen an Gold-Clustern zeigten, dass Cluster ikosaedrischer Ordnung bis zu einer Clustergröße von ca. 20° A, was einer Atomzahl von ca. 300 Atomen entspricht, vorherrschen [67]. Dies kann dahingehend interpretiert werden, dass ikosaedrische Cluster mit bis zu 300 Atomen energetisch begünstigt sind. Die Ursache dafür, dass in der Natur keine ma- kroskopischen Ikosaeder gefunden werden, ist begründet durch dieRaumfrustration“. Beim Au®üllen höherer Ikosaederschalen potenziert sich die Packungslücke durch den immer größer werdenden interatomaren Abstand der Schalenatome. Ab einer Cluster- größe von mehr als 20° ist ein Ikosaeder aufgrund der Raumfrustration energetisch ungünstiger als eine geordnete kfz- oder hdp-Struktur mit der gleichen Anzahl von Atomen. Franks Postulat einer ikosaedrischen Nahordnung in der Schmelze wurde durch molekulardynamische Computersimulationen an Lennard-Jones-Flüssigkeiten unter- stützt. Für monoatomare Systeme sind ikosaedrische Cluster durch ihre hohe Pa- ckungsdichte und die damit verbundene niedrige Energie charakterisiert. Steinhardt et al. [7] beobachteten in einer monoatomaren Lennard-Jones-Flüssigkeit die Ausbil-
  
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